Eisblume

Eisblume
Eisblume Biografie
Wenn der Nachtfrost sich so langsam ungemütlich breit macht, durch die Ritzen dringt und man eigentlich froh ist, in der behaglichen Behausung die Füße hochlegen, den Kopf aus und die Glotze einschalten zu können, rückt draußen am Fenster so langsam die personifizierte Kälte vor und hinterlässt ihre Spuren, in ihrer vermutlich ästhetischsten Ausformung: Das ist die Eisblume.
Der latente Grauschleier der kalten Jahreszeit, der über den Wäldern liegt, Fußstapfen, die zum zugefrorenen See führen und dort enden, ohne Hinweis auf den Verbleib des Wandernden, die Melancholie der kurzen Tage, die schon wieder vorbei sind, ehe man ihnen etwas abverlangen konnte, aber dennoch Trost zu finden in den kleinen Dingen, im Teilen gemeinsamer Momente und Gefühle, darum geht es. Um Verlust und Durchhalten, Resignation und das Festklammern an dem tiefen Verlangen und dem Glauben daran, mehr zu sein als eine Marionette der Welt. Vier Jungs und eine dunkle Prinzessin, aus Berlin kommen sie und gemeinsam sind auch sie nun bereit, ihre hoffentlich tiefen Spuren in der Winterlandschaft zu hinterlassen, die sie musikalisch suggerieren.
„Es geht bei Eisblume nicht darum, sich nur auf einen Sound festzulegen, sondern mit den Elementen zu spielen. Mal rockt es intensiver oder hat etwas Episches oder eine scheinbare Ruhe, die aber doch keine ist“, versucht Ria, Sängerin und Aushängeschild des Berliner Quintetts, die Ausstrahlung ihrer Musik einzuordnen.
„Früher dachte ich, meine Stimme wäre einfach zu glockenklar, um rockigeren Sound zu machen. Man muss sich schließlich gegen harte Gitarren und druckvollen Sound bewähren, um nicht verloren zu gehen. Doch mein Herz schlägt nun mal, wie es schlägt! Und unsere Songs besitzen auch Sensibilität und Fragilität.” Die frühe Selbstkritik wirkt sympathisch, ist aber unangebracht, lebt Eisblume doch genau von der Gegensätzlichkeit des gebirgsbachklaren, herzerwärmenden Gesangs und der klirrend kalten Wände, die Gitarren und Drums zuweilen aufschichten, gerne stabilisiert von einem stählernen Industrial-Gerüst. Wände, gegen die Ria ansingt, ein kleines, zerbrechliches Geschöpf, das sich gegen die Elemente stemmen muss und die Naturgewalten besiegt, irgendwie.
Nicht ausschließlich freilich, in den ruhigen Passagen, zu wie Morgentau tröpfelnden Piano-Akkorden, zeigt Ria sich von ihrer verletzlichen Seite, um sich aber direkt trotzig in den Wind zu stellen, sobald sich der Himmel zu- und der nächste Sturm heraufzieht. Bei „Eisblumen” ist das so, dem programmatischen Titel zur Band, ursprünglich zu finden auf dem 2005er Album „Nord Nord Ost” der Potsdamer Folk Metal-Institution Subway To Sally. Deren Texter Michael Boden, genannt „Bodenski”, hat unter anderem den Text des Titelsongs der ersten EP, „Unter dem Eis”, verfasst, den Ria nun gänzlich neu interpretiert.
Auch eine „Louise” wird besungen, die offensichtlich nicht mehr unter den Lebenden weilt, irgendwas war da am Meer, mit ihrem Geliebten. „Das Wasser trägt uns jetzt ins Morgenlicht”, im Tode vereint, der vielleicht einzig tröstliche und mögliche Weg, dieser Welt zu entfliehen und gleichzeitig die Liebe ewig jung zu halten. Es ist wieder einer dieser charmanten und nur scheinbaren Widersprüche, diesmal der von Jenseitigkeit und einer doch sehr weltlichen Ästhetik. Getragen von Stimme und Klavier und langsam mit orchestraler Wucht anschwellend, majestätisch die letzten Minuten auf den Wellen auskostend, bevor das kleine Boot kentert und die Liebenden Arm in Arm in die Fluten hinab gleiten.
Der ultimativ letzte Ausweg und die damit verbundene Zerrissenheit sind aber nicht das allumfassende Thema der Berliner. In den Songs „Das Leben ist schön” oder „Überleben” werden der Realität, bei allen Nackenschlägen und negativen Erfahrungen, doch immer wieder positive Seiten abgerungen, sind diese Dinge, so schmerzhaft sie zunächst erscheinen mögen, mitunter unwahrscheinlich lehrreich. Ein gebrochenes Herz und eine verstörte Seele, die sich windet, weil sie sich verraten fühlt, aber niemals die Schwelle zum Identitätsverlust überschreitet, sondern zur Besinnung kommt – angezählt zwar und etwas wackelig auf den Beinen, aber aufrecht und nach vorne blickend. Und findet man ein „Du”, dem es ähnlich erging, dem man aufzuhelfen vermag, und das einen neuen Zauber entfacht, dann ist das die reiche Belohnung.
Dass man sich sowohl einen adäquaten Bandnamen als auch ein passendes Stück Musik zum Bearbeiten gesucht hat, dessen ist sich Ria sicher: „”Wir sind Eisblumen, wir blühen in der Nacht” – es umschreibt das Gefühl, dass die Welt dich nicht versteht, weil du anders bist, anders fühlst. Eisblumen sind wunderschön und komplex – man muss genau hinschauen und wird begeistert sein“. Theatralik und Gelöstheit, Pathos und Zärtlichkeit, die emotionalen Tiefen und Untiefen auslotend, stimmungsvoll, vor allem jetzt, wo die Tage kürzer und die Nächte eisiger werden, und da ist plötzlich eine warme, weiche Hand, die Deine nimmt und hält: Auch das ist die Eisblume.
Die erste Single „Eisblumen” erscheint am 16.01.2009 Das Album wird im Frühjahr 2009 erscheinen.
(Oliver Jochum / 2008-10-09)
Ein sehr interessanter Text
Ja, das Album ist wirklich gut geworden und ich denke das es sich im März wirklich gut verkaufen wird.
Unsere Kritik dazu dürfte klar machen was auf uns zukommt, tolles Album.
Hallo liebe Musikfreunde:)
Erstmal einen ganz großen Dank an EISBLUME für dieses atemberaubende Album!!!!! sagenhaft ..faszieniernd..und sehr beeindruckend ..dies sind nur die Begriffe die mir jetzt schnell zu dem Album einfallen!!! aber vorallem die wahnsinnig schöne und einmalige Stimme von Ria….. wunderwunderschön!!!
Ich drücke der Band die Daumen das sie groß raus kommen!!!!!!!
ich weiß ihr schafft das !!!! weiter so!!!!!!!!!!
Viele liebe Grüße von der Ostsee an die Berliner:)
Suse
Nachdem ich die Musik bei meiner Tochter gehört habe, dachte ich, das ist wieder so etwas wie LaFee…
Anzumerken ist, dass die Texte von Eisblume viel tiefer greifen. Sie berühren eine Generation junger Menschen, die Angst und Kraft hat. Alte Verhaltensmuster sind nicht länger gültig, ein Umbruch steht bevor und zwischen einer subtilen Todessehnsucht, der Hoffnung auf Liebe und Geborgenheit und der Kraft, die neue Zukunft zu meistern wandern lyrische und teils kindliche Texte in Bögen herum. Rock und Musik treten in den Hintergrund. Es geht um die Botschaft zu überleben, neue Werte zu finden und sich eine neue Welt zu erkämpfen.
Eisblume ist damit hautnah am Zeitgeist junger Menschen, die sehr fein spüren, was nicht in Ordnung ist. Die Botschaft ist Zuversicht und der Glaube an die eigene Kraft, ohne Kompromisse an die „gute alte Zeit“ und ihre Werte.
Alle Stufen des Erwachsen-Werdens in einer Welt ohne gesicherter Zukunft finden sich wieder. Es sind Apelle für individuelles Wachstum, immer Hand in Hand mit der Angst, es auch zu schaffen.
Eisblume lässt in den Texten kaum ein Gefühl von jungen Menschen aus und findet immer wieder einen Weg zu Lebendigkeit und Zukunft.
Die Videos zeigen junge Menschen, die – in einer von Zerstörung bedrohter Welt -Hamonie und Liebe suchen und für eine bessere, gerechtere und schönere Welt kämpfen. Letztendlich siegt die Stärke und die Liebe. Für junge Menschen und ihrem untrüglichem Gespür für Zeitgeist wird Eisblume damit zum Symbol für die neue Welt nach dem Untergang. Die Texte trösten, versprechen eine noch ungreifbare Zukunft, in der Ehrlichkeit, Güte, Liebe und Respekt wichtig sind. Der Schmerz und die unbändige Kraft zu überleben verbinden sich in Text und Videos zu einem Erlebnis, das jungen Menschen Hoffnung gibt.
Die Musik beginnt in dunkler Nacht und beschreibt den Bogen über Schmerz und Angst zu Kraft und unbändiger Liebe und der Vision für eine neue Gesellschaft, die von Wärme, Liebe und Respekt geprägt ist.
Futuristische Musikelelemte mit viel elektronischer Musik zeigen die Kälte unsere Gesellschaft, die Unberührbarkeit der individuellen Seele und die unbeirrte Sehnsucht nach einer anderen, besseren und neuen Welt. Klassische Elemente erinnern an eine gänzlich andere „heile Welt“, die es neu zu erobern gilt.
Eisblume gibt Hoffnung und läßt hören, wie es jungen Mneschen geht und was ihnen wirklich wichtig ist. Denn die Vergangenheit kann Fragen beantworten, aber die Zukunft müssen sie – gemeinsam und in Liebe und Respekt – erst beleben.
Und wenn die sogenannte etablierte Welt erst die Musik versteht, dann kann sie vielleicht auch ihre Zukunft, unsere Jugend, verstehen…